Dynamische IP-Adresse zum Nachfragen von Informationen

Die meisten Internetnutzer verwenden eine dynamische bzw. wechselnde IP-Adresse. Bei jeder Einwahl wird ihnen vom Internet-Anbieter eine neue Adresse zugewiesen, die nur für die Dauer der Sitzung gültig ist. Anders als bei einer festen Adresse ist ein Netzteilnehmer also jedes Mal unter einer anderen Adresse erreichbar. Auf dieser Seite erfahren Sie, wann und warum dynamische IP-Adressen genutzt werden, welche Vor- und Nachteile sie bieten und warum nur in Ausnahmefällen feste IP-Adressen verwendet werden.

Vorteile und Einsatzgebiete dynamischer IP-Adressen

Wechselnde IP-Adressen bieten einen wesentlichen Vorteil für Internet-Provider, von dem letztlich auch die Nutzer profitieren. Die Anbieter und Vergabestellen profitieren von den geringeren Kosten der Bereitstellung. Jede IP-Adresse kann flexibel einem Nutzer zugewiesen werden. Da nicht alle Kunden eines Internet-Anbieters gleichzeitig online sind, werden nur 10-20% der Adressen benötigt, die man brauchen würde, um jedem Kunden eine feste Adresse zuzuweisen.

Verschärft wird dieser Umstand dadurch, dass die IP-Adressen nach dem bisherigen Standard IPv4 langsam knapp werden. Es können über vier Milliarden Adressen generiert werden, doch die stark wachsende Anzahl an Internet-Teilnehmern weltweit führt dazu, dass diese Anzahl in absehbarer Zeit nicht mehr ausreicht. Die Lösung für dieses Problem liegt in wechselnden IP-Adressen und in der Entwicklung des neuen Standards IPv6, der sich langsam durchsetzt und eine ungeheure Vielzahl von Adressen zur Verfügung stellen kann.

Die Kostenvorteile gibt der Internet-Anbieter an seine Kunden weiter. So ist es für Nutzer wesentlich günstiger eine dynamische IP-Adresse zu nutzen als eine exklusive feste Adresse nur für sich. Das lassen sich die Anbieter aus oben genannten Gründen gut bezahlen. Doch auch darüber hinaus gibt es Vorteile, die für die Nutzung wechselnder IP-Adressen sprechen.

Wenn jeder Internet-Nutzer eine feste IP-Adresse hätte, dann wäre sein gesamter Datenverkehr daraus ersichtlich. Welche Seiten hat er wann besucht? Welche Downloads hat er durchgeführt? Solche Fragen könnten beantwortet werden und zwar über die gesamte Nutzungs- bzw. Lebenszeit des Teilnehmers. Hier bieten dynamische IP-Adressen einen wesentlichen Vorteil im Schutz der Privatsphäre.

Bei jeder Einwahl wird eine neue IP-Adresse vergeben und spätestens nach 24 Stunden wird die Verbindung zurückgesetzt und die Adresse ausgetauscht. Der Internet-Provider alleine kann nachvollziehen, was genau der Nutzer macht. Diese Verlaufsdaten dürfen allerdings in Deutschland nicht über die Internet-Sitzung hinaus gespeichert werden. Auch die Zuordnungsdaten der vergebenen IP-Adressen zu den Nutzern müssen nach sieben Tagen gelöscht werden. Betrachtet man die hitzige Debatte um die Vorratsdatenspeicherung, in der es genau um diese Regelungen geht, dann wird klar, welcher Sprengstoff in der Verwendung und Protokollierung von IP-Adressen und Datenverkehr steckt.

Wechselnde IP-Adressen sind also grundsätzlich anonymer, solange niemand die IP-Adresse dem richtigen Nutzer zuordnen kann. Für Hacker erschweren sie direkte Angriffe, da das Ziel jedes Mal neu gesucht werden muss. Allerdings lassen sich diese Schutzmechanismen auch umgehen. So erfolgen die meisten Cyber-Attacken mittlerweile per Mail oder per unerwünschtem Download von einer manipulierten Webseite. So ist es egal, ob eine dynamische oder eine feste IP-Adresse verwendet wird: Die Schadsoftware wird effektiv auf den Zielrechner geladen.

Auch für die Zuordnung einer IP-Adresse zu einem Nutzer gibt es eine elegante Umgehungstechnik, die von den meisten Webseitenbetreibern eingesetzt wird: Kleine Datensätze, so genannte Cookies, werden auf dem Computer des Besuchers abgelegt und bei jedem neuen Besuch ausgelesen. So ändert sich zwar die IP-Adresse, die Informationen über den Nutzer stehen allerdings weiterhin zur Verfügung. Zum Schutz der Privatsphäre ist daher das Löschen von Cookies und Verlaufsdaten im Browser wichtiger als die Frage nach dynamischen oder statischen IP-Adressen. Richtig schwer machen Sie es Angreifern und Beobachtern, wenn Sie eine VPN-Verbindung nutzen und sich über ein anderes Netzwerk ins Internet einwählen. Damit ist Ihre Identität von außen nicht mehr sichtbar.

Nachteile dynamischer IP-Adressen

Wenn IP-Adressen anonymer, sicherer und günstiger sind, warum gibt es dann überhaupt statische IP-Adressen, die fest für ein Gerät oder einen Endpunkt vergeben werden? Stellen Sie sich einmal vor, Sie würden jeden Tag eine neue Telefonnummer erhalten – genauso wie alle Ihre Freunde, Kollegen und Bekannten. Jeden Tag müssten Sie sich gegenseitig mitteilen, unter welcher Nummer Sie heute erreichbar sind. Das wäre ziemlich mühselig, oder? Es gibt Einsatzszenarien, in denen dynamische IP-Adressen mehr Aufwand bedeuten, insbesondere wenn Informationen zur Verfügung gestellt werden sollen.

Wechselnde IP-Adressen sind grundsätzlich schwieriger zu konfigurieren. Eine einmal eingerichtete Verbindung zu statischen Adressen ändert sich nicht mehr. Daher werden Unternehmensserver und Webseiten in der Regel mit festen IP-Adressen versehen. So sind sie einfacher erreichbar. Das ist zwar auch für Angreifer eine Erleichterung, bietet aber so viele Vorteile in der Handhabung, dass dieses Risiko auf andere Weise abgewendet wird. Bei Verbindungen mit dynamischen Adressen muss der andere Teilnehmer immer zunächst gesucht werden, was einen kleinen aber in der Summe der Verbindungen großen Aufwand bedeutet. Zusätzlich werden die Sitzungen spätestens nach 24 Stunden zurückgesetzt und müssen erneut aufgebaut werden. Diese Punkte führen dazu, dass dynamische IP-Adressen sich nicht gut eignen, wenn Informationen für den Zugriff von außen zur Verfügung gestellt werden sollen.

In internen Netzen sind dynamische IP-Adressen ebenfalls selten zu finden. Im eigenen Heim- oder Unternehmensnetzwerk können feste IP-Adressen ohne Zusatzaufwand oder Kosten vergeben werden. Die Kommunikation mit einem anderen Netzwerkmitglied oder einem Drucker ist direkt möglich, ohne vorher suchen zu müssen. Dynamische IP-Adressen werden daher vorwiegend für die Nachfrage nach Informationen als externe IP-Adressen verwendet.

Auch wenn dynamische IP-Adressen aus Gründen der Privatsphäre und der Kosten die beste Wahl für das Surfen im Internet sind, gibt es Nachteile, die selten wirklich zum Tragen kommen. Da die IP-Adressen bei jeder Sitzung und mindestens täglich neu vergeben werden, erhält jeder Nutzer eine Adresse, die vorher von jemand anderem in Gebrauch war. Nun ist es möglich, dass eine IP-Adresse von einem intensiven Nutzer eines Datei-Tausch-Netzwerks (Filesharing) auf den nächsten Nutzer übergeht. Dieser ahnungslose Teilnehmer wird daraufhin mit tausenden Anfragen konfrontiert, worunter die Qualität seiner Verbindung leiden kann. Die anderen Netzteilnehmer bemerken erst später die Verwechslung. Allerdings lassen solche Probleme schnell beheben: Bei einer neuen Einwahl wird ja eine neue Adresse vergeben.

Dynamische IP-Adressen sind zusammenfassend die beste Wahl für die Nachfrage nach Informationen, zum Beispiel das Surfen im Internet. Sie sind anonymer und günstiger. Nur bei besonderen Anforderungen in Unternehmen oder für die Bereitstellung von Informationen werden feste IP-Adressen sinnvoller eingesetzt.

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