Statische IP-Adressen zum Bereitstellen von Informationen

Statische IP-Adressen werden eindeutig einem Gerät zugeordnet und ändern sich im Zeitverlauf nicht. Sie werden auch als feste IP-Adressen bezeichnet. Anders als bei dynamischen IP-Adressen, die bei jedem Einwählen neu vergeben werden, ist ein Teilnehmer mit einer festen IP daher dauerhaft über die gleiche Adresse zu erreichen. Auf dieser Seite erfahren Sie, wann statische IP-Adressen sinnvoll oder notwendig sind, welche Vor- und Nachteile sie haben und warum im Regelfall dynamische IP-Adressen vergeben werden.

Was ist eine statische IP-Adresse?

In der Anfangszeit des öffentlichen Internets wurden von den Regulierungsstellen, vor allem der International Assigned Numbers Authority (IANA), ausschließlich feste IP-Adressen vergeben. Schließlich stehen mit dem Standard IPv4 über vier Milliarden Adressen zur Verfügung. Zu Beginn der Vergabe in 1981 war es unvorstellbar, dass dieser Vorrat eines Tages erschöpft sein könnte. So wurden große Nummernblöcke fester Adressen auch direkt an Großunternehmen vergeben. Allein die Xerox Corporation hat über 16 Millionen Adressen erhalten. Mittlerweile ist es absehbar, dass die Adressen nach dem IPv4-Standard nicht ausreichen werden, um die stark steigende Zahl an Netzteilnehmern zu versorgen. Das ist der wesentliche Grund für die Einführung des neuen Standards IPv6, mit dem exponentiell mehr Adressen zur Verfügung gestellt werden können.

Der neue Standard setzt sich allerdings erst langsam durch und die Vergabe fester IP-Adressen wird heutzutage nur in begründeten Ausnahmefällen vorgenommen. In der Regel wird eine statische IP-Adresse dort vergeben, wo eine dynamische nicht sinnvoll oder technisch nicht möglich ist. Das trifft vor allem für Endpunkte zu, die einfach und schnell über das Internet erreichbar sein sollen: Server, Webseiten und Datenspeicher. Für das Surfen im Internet ist eine dynamische IP-Adresse die bessere Wahl für alle Seiten: Die Internet-Anbieter senken ihre Kosten, indem sie weniger Adressen benötigen, weil sie die Nummern frei vergeben können und nie alle Kunden gleichzeitig online sind. Der Nutzer profitiert von einer höheren Sicherheit und auch Anonymität, da die IP-Adresse bei jeder Einwahl neu vergeben und nicht oder nur für kurze Zeit gespeichert wird. Sollen Informationen bereitgestellt werden, die direkt erreichbar sind, dann empfiehlt sich eine feste IP-Adresse.

Vorteile und Einsatzgebiete einer statischen IP-Adresse

Der Hauptvorteil einer gleichbleibenden IP-Adresse ist die einfachere Administration für den Zugriff von außen. Bei einer dynamischen IP-Adresse muss nach jeder Einwahl erneut überprüft werden, welche Adresse einem Gerät zugeordnet wurde. Was für kriminelle Angreifer hinderlich ist, stellt auch für interne Nutzer einen Zusatzaufwand dar. Daher werden innerhalb eines Netzwerks fast immer feste IP-Adressen vergeben. So können Sie einen Netzwerkdrucker direkt nutzen, ohne nach ihm suchen zu müssen, der Router kennt die eindeutige und über den Zeitverlauf konstante Adresse und leitet Ihren Druckauftrag an die entsprechende Stelle. Dieser einfache und direkte Zugriff könnte im gesamten World Wide Web genutzt werden. Allerdings sprechen Adressknappheit und Sorgen um die Privatsphäre der Nutzer dagegen.

Häufig werden feste IP-Adressen von Unternehmen eingesetzt, die zentrale Unternehmensdaten extern verfügbar machen wollen. Beispielsweise nutzen Mitarbeiter den Firmenserver im Home Office oder auf Geschäftsreisen. Einmal eingerichtet, funktioniert ihr Zugang ohne weiteren Aufwand, da die Adresse konstant bleibt. Auch Webserver werden mit statischen IP-Adressen versehen, um sie leichter auffindbar zu machen. Wenn Sie eine Internet-Adresse in Ihren Browser eingeben, wird sie vom weltweit verfügbaren Domain Name System (DNS) in eine IP-Adresse übersetzt. Wäre diese Adresse dynamisch, müsste die Webseite jedes Mal neu gesucht werden. Zudem wird die IP-Adresse mindestens alle 24 Stunden zurückgesetzt, was eine Unterbrechung der Verbindung zum Server oder zur Webseite bedeuten würde. Sollen also Informationen nach außen so einfach und zuverlässig wie möglich zugänglich gemacht werden, sind feste IP-Adressen die richtige Wahl.

Darüber hinaus ist der Einsatz fester IP-Adressen vorteilhaft für einige geschäftliche Anwendungen. So werden für Internet-Telefonanlagen (Voice over IP) häufig feste IP-Adressen reserviert, auch andere Kommunikationsanwendungen wie MICROSOFT Exchange und damit verbundene Schutzsysteme sind mit einer festen IP-Adresse einfacher zu verwalten. Darüber hinaus spielen auch Sicherheitsaspekte eine Rolle in der Wahl der IP-Adresse. So wird festen IP-Adressen häufig nachgesagt, sie seien unsicherer, da sie für Hacker einfacher aufzufinden sind und sich nicht ändern. Auf der anderen Seite lässt sich der gesamte Datenverkehr lückenlos nachvollziehen, was bei einem Befall mit Schadsoftware von großem Vorteil ist. So kann ermittelt werden auf welchem Weg ein Virus oder Trojaner in das Unternehmen gelangt ist und wo es sich aktuelle befindet.

Nachteile einer statischen IP-Adresse

Der wesentliche Nachteil einer festen Adresse ist die Kehrseite seiner Vorteile: Das adressierte Gerät ist ohne Suche auffindbar. Das erleichtert es Angreifern, gezielte Attacken durchzuführen. Insbesondere die Überflutung einer Webseite oder eines Firmenservers mit einer großen Zahl von Anfragen, ein sogenannter Denial-of-Service-Angriff, findet meist auf statischen IP-Adressen statt und lässt sich ohne Aufwand wiederholen. Mit einer dynamischen IP-Adresse würde einmal die Verbindung getrennt, neu aufgenommen und der Angreifer müsste erst wieder die Adresse suchen. Das ist zwar mit wenig Aufwand möglich. Da allerdings viele Cyber-Angriffe vollautomatisch erfolgen, bietet die dynamische Adresse hier Vorteile.

Die lückenlose Protokollierung ist Vorteil wie auch Nachteil der statischen IP-Adresse. Hilft sie im Schadensfall noch bei der Aufklärung der Ursachen, ist sie insbesondere für Datenschützer ein Problem und ein schwerer Eingriff in die Privatsphäre. Wäre jedem Nutzer auf der Welt eine feste IP-Adresse zugewiesen, ließen sich ohne großen Aufwand seine gesamten Aktivitäten, besuchte Webseiten, Downloads über Jahre nachverfolgen. Heute verfügen nur die Internet-Anbieter über diese Informationen und das nur für kurze Zeit. Im Fall einer Strafverfolgung müssen diese Informationen zwar preisgegeben werden, grundsätzlich ist die Hürde allerdings höher und der Schutz der Privatsphäre damit bei dynamischen IP-Adressen besser gegeben.

Nicht zuletzt sind bei der Entscheidung zwischen einer festen und einer dynamischen IP-Adresse auch die Kosten zu berücksichtigen. Dynamische IP-Adressen werden vom Internet-Provider mehrfach genutzt und verursachen daher geringere Kosten. Die exklusive Vergabe einer Adresse an eine Institution lassen sie sich gut bezahlen. Dieser Aufpreis gilt allerdings nur für externe IP-Adressen. Innerhalb eines Netzwerks ist die Vergabe fester IP-Adressen kostenlos und senkt den Aufwand der Administration. In der Regel wird daher nur eine feste externe IP-Adresse benötigt, die den Router des Netzwerks anspricht. Dieser verteilt die Anfragen auf die internen, festen IP-Adressen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass feste IP-Adressen immer dann geeignet sind, wenn Informationen einfach und kontinuierlich zur Verfügung gestellt werden sollen. Aufgrund von Adressknappheit und dem besseren Schutz der Privatsphäre sind dynamische IP-Adressen für die Nachfrage nach Informationen, zum Beispiel das Surfen im Internet, die bessere Wahl.

englische IP-statisch spanische IP-statisch

marburg webdesign