Die IP-Adresse: Ihre Anschrift im Internet

Der gesamte Datenverkehr im Internet wird über das Internet Protocol (IP) geregelt. Dabei werden allen Geräten und einzeln ansprechbaren Diensten IP-Adressen zur eindeutigen Identifizierung zugeordnet. Auf dieser Seite erfahren Sie, wie eine IP-Adresse aussieht, was sie über ihren Nutzer verrät und wie die Kommunikation auf Basis von IP-Adressen funktioniert. Dabei werden auch häufige Bedenken zu IT-Sicherheit und Privatsphäre im Hinblick auf IP-Adressen aufgegriffen und Hintergründe zur Vergabe und Nutzung erläutert.

Was ist eine IP-Adresse?

Jedes Gerät in einem Netzwerk benötigt eine eindeutige Adresse. Die IP-Adresse ist eine Zahlenkette, um den Namen eines Gerätes und seines Nutzers in die Sprache des Internets zu übersetzen: Das Internet Protocol. Jeder Computer und jede Webseite verfügen daher über eine IP-Adresse. Wenn Sie ins Internet gehen, überträgt der Browser Ihre IP-Adresse bei jeder Anfrage mit. Nur so weiß der Empfänger, wohin er die Antwort senden soll.

Die Vermittlung von Datenpaketen auf Basis von IP-Adressen erfolgt über Router. Das Internet besteht aus einer unüberschaubaren Vielzahl von Netzwerken. Das Datenverteilsystem funktioniert ähnlich wie die Briefverteilung. Zunächst werden Daten, mit der Nennung von Empfänger und Absender, an den eigenen Router gesendet. Er überprüft, ob es sich um einen Empfänger im eigenen Netzwerk oder außerhalb des Netzwerkes handelt. Im ersten Fall wird die Nachricht direkt zugestellt, im zweiten Fall an den Router des Empfänger-Netzwerks gesendet. Dieser trifft die gleichen Entscheidungen und leitet die Nachricht an den Empfänger in seinem Netzwerk weiter. Die Absender- und Empfänger-Informationen bleiben dabei auf dem gesamten Weg gleich. Da jedes Datenpaket einzeln geroutet wird, bedeutet die Koordination des Datenverkehrs im Internet eine gigantische Menge kleiner Entscheidungen, die insbesondere von Routern vorgenommen werden.

Wie ist die Vergabe von IP-Adressen geregelt?

Die Kommunikation im World Wide Web ist ein kompliziertes Konstrukt, so dass auch hier zentrale Regulierungsstellen notwendig sind. Zuständig für die Vergabe von IP-Adressen ist die IANA (International Assigned Numbers Association). Sie vergibt allerdings keine einzelnen Adressen an Privatkunden sondern große Nummernblöcke an weltweit fünf regionale Vergabestellen. Die für Europa zuständige RIPE NCC (Réseaux IP Européens Network Coordination Centre) teilt wiederum kleinere Blöcke lokalen Vergabestellen zu. Das sind in der Regel Internet-Anbieter, die Ihren Kunden die IP-Adressen direkt zuordnen oder weitere Unterhändler mit Adressblöcken versorgen. Ob Sie nun ins Internet gehen oder eine Webseite aufbauen möchten: Jedem Gerät wird, ob Ihnen das bewusst ist oder nicht, von Ihrem Internet-Anbieter eine IP-Adresse zugeteilt. Dabei gibt es verschiedene Zuteilungsarten und Standards. Als Privatkunde erhalten Sie aktuell normalerweise eine dynamische IP-Adresse nach dem IPv4-Standard.

Welche Arten von IP-Adressen gibt es?

In der Regel vergeben Internet Service Provider dynamische IP-Adressen. Das bedeutet: Einem Kunden wird bei jedem Internetbesuch eine neue Nummer zugewiesen. So spart der Anbieter eine Menge ungenutzter Adressen, denn es sind nicht alle Kunden gleichzeitig online. Es werden höchstens zehn Prozent der Adressen benötigt, die bei einer eindeutigen und unveränderlichen Nummer für jeden Kunden nötig wären.

Nur in begründeten Ausnahmefällen wird daher eine statische IP-Adresse vergeben. Das ist meist der Fall, wenn eine dynamische Adressierung technisch nicht möglich oder nicht sinnvoll ist. Insbesondere wenn ein IT-System von außen erreichbar sein soll, um auf Daten zuzugreifen, bietet die statische IP-Adresse Vorteile. Zentrale Unternehmensserver und Webserver werden häufig mit festen Adressen versehen, damit sie immer an gleicher Stelle erreichbar sind.

Darüber hinaus sind verschiedene IP-Standards zu unterscheiden. Der etablierte Standard IPv4 wurde bereits 1981 eingeführt und ist vielen Nutzern schon einmal begegnet. Eine IP-Adresse nach dem IPv4-Standard besteht aus vier Zahlen zwischen 0 und 255, die durch einen Punkt voneinander getrennt sind. Eine häufig für private Netzwerke verwendete Adresse lautet 192.168.0.1. Gut vier Milliarden Adressen lassen sich mit dem binären Standard abbilden. Beim rasanten Anstieg der benötigten Adressen ist dies der Hauptgrund für die Einführung des Nachfolgestandards IPv6.

Statt 32 Bit stehen im neuen Standard 128 Bit für die Speicherung von Adressen zur Verfügung. Das bedeutet allerdings nicht etwa eine Vervierfachung, sondern eine Erhöhung auf 340.282.366.920.938.463.463.374.607.431.768.211.456 mögliche Adressen. Immer häufiger sind die neuen Adressen anzutreffen, deren acht Blöcke neben Zahlen auch Buchstaben enthalten und durch Doppelpunkte getrennt sind, zum Beispiel: gh70:0010:0000:0000:0000:0000:0000:0001. Oft werden die Zeichenketten deutlich verkürzt dargestellt, indem eine lange Reihe von Nullen mit zwei aufeinander folgenden Doppelpunkten ersetzt wird: gh70:0010::1.

Bei der Verwendung mehrerer Netze ist noch zwischen der internen und der externen IP-Adresse zu unterscheiden. So kann mithilfe eines Routers ein privates Netzwerk aufgebaut werden, in dem die Adresse jedes einzelnen Computers, Druckers oder auch IP-fähigen Fernsehers selbst vergeben wird. Diese Adresse gelangt allerdings nicht nach außen, da der Router die externe IP-Adresse vom Internet-Anbieter bezieht. Für das Surfen im Internet ist es nicht wichtig, welche Art von IP-Adresse Sie nutzen. In der Regel werden Sie die eigene IP-Adresse gar nicht zu Gesicht bekommen und auf die korrekte Übersetzung im Hintergrund vertrauen können.

Wie lautet meine IP-Adresse?

Die eigene IP-Adresse lässt sich leicht ermitteln. Dabei ist allerdings vorher die Frage zu klären, welche IP-Adresse Sie meinen. In der Regel erfolgt der Internetzugang über einen Router, der ein internes Netz aufbaut und externe Kommunikation betreibt. Sie können direkt in Windows die interne IP-Adresse feststellen, die der Router an das Gerät vergeben hat bzw. die Sie manuell vergeben haben.

Zur Feststellung der externen IP-Adresse gibt es eine Reihe von Webanwendungen. Suchen Sie im Internet „meine ip-adresse“ und schon werden Sie auf eine passende Seite gelangen, die Ihnen die externe IP-Adresse und weitere offen auslesbare Informationen über Ihr IT-System und Ihre Anbindung verrät. Die interne IP-Adresse hingegen ist für diese Dienste unsichtbar.

Sie werden dabei feststellen, dass sie die angezeigte IP-Adresse verändert. Innerhalb einer Sitzung behalten Sie Ihre Adresse. Schauen Sie wenige Minuten später nach, wird sie also noch gleich sein, wenn Sie sich nicht komplett ausgeloggt haben. Spätestens nach 24 Stunden trennt der Provider allerdings die Internetverbindung kurz und vergibt damit auch eine neue IP-Adresse. Sie haben also mindestens täglich eine neue IP-Adresse.

Ist meine IP-Adresse eine Gefahr für meine Privatsphäre?

Das Auslesen der eigenen IP-Adresse ist für die meisten Menschen beunruhigend. Nicht nur die Adresse ist offen sichtbar, auch das Betriebssystem des Computers, der genutzte Internet-Browser, der ungefähre Standort und der Internet-Anbieter. Beim Standort ist es abhängig von der Lage, wie genau er angezeigt wird, da jeweils der nächste Einwahlknoten ausgelesen wird. In städtischen Regionen sind teilweise wenige hundert Meter Abweichung zu erwarten, auf dem Land können es auch mal Kilometer sein.

Das war es allerdings auch schon. Mehr Informationen lassen sich aus der IP-Adresse für Dritte nicht gewinnen. Interessant wird es in Verbindung mit weiteren Informationen: So speichern die meisten Webseiten-Betreiber sogenannte Cookies auf Ihrem Rechner, um Sie auch bei täglich wechselnden IP-Adressen immer direkt wiederzuerkennen. Hier ist allerdings Ihre eigene Konsequenz in der Bereinigung Ihrer Verläufe und im Löschen von temporären Internet-Dateien entscheidend, denn die IP-Adresse spielt bei der Speicherung von Cookies eine Nebenrolle. Darüber hinaus kann allerdings Ihr Internet-Anbieter Ihren gesamten Datenverkehr nachvollziehen. Er weiß, welche Seiten Sie wann besucht haben und was Sie heruntergeladen haben. Darum ist die Diskussion um die Vorratsdatenspeicherung ein so heikles Thema: Unfassbare Mengen an persönlichen Daten können problemlos gespeichert werden. Sie liefern dabei sowohl wertvolle Hinweise für polizeiliche Ermittlungen wie Risiken des Missbrauchs, Datenverlustes und Beeinträchtigung der Grundrechte. Aktuell dürfen Internet Provider die Verlaufsdaten einer Internet-Sitzung nicht über das Ende hinaus speichern. Vergebene IP-Adressen müssen spätestens nach sieben Tagen gelöscht werden. Bei Straftaten besteht unter bestimmten Bedingungen eine Auskunftspflicht des Internet Providers gegen seine Kunden. Ist meine IP-Adresse eine Sicherheitsgefahr? Die IP-Adresse selbst ist eine notwendige Adresse zur Kommunikation im Internet. Sie kann genutzt werden, um einen Computer oder ein Netzwerk nach Sicherheitslücken zu durchsuchen. So verrät alleine das Betriebssystem viel über den Sicherheitszustand – denken Sie nur an auslaufende Betriebssysteme wie Windows XP in 2014. Über die IP-Adresse lassen sich so leicht schwach gesicherte Systeme identifizieren und angreifen. Für aktuelle und gesicherte Netzwerke ist das Bedrohungspotential allerdings gering. Gerade die dynamischen IP-Adressen sorgen dafür, dass einem Hacker nicht viel Zeit bleibt. Die Trennung in interne und externe IP-Adressen erschwert die gezielte Attacke auf einen Rechner dabei zusätzlich. Ist dann noch eine gut konfigurierte Firewall im Einsatz, ist die Gefahr gering. Wie kann ich meine IP-Adresse ändern oder verstecken? Die eigene IP-Adresse lässt sich kaum beeinflussen. Sie bekommen als Privatanwender beim Einwählen in das Internet eine Adresse zugewiesen, in der Regel als dynamische, also mindestens täglich wechselnde Adresse. Mit besonderer Begründung erhalten Sie auch eine statische IP-Adresse, die sich nicht verändert. In jedem Fall aber ist Ihre IP-Adresse eindeutig Ihnen zuzuordnen und Ihr Internet-Anbieter kann genau nachvollziehen, was Sie damit machen. Sie können sich allerdings in ein sogenanntes VPN-Netzwerk einwählen und damit die IP-Adresse des Netzwerkes nutzen. Damit ist Ihre eigentlich zugewiesene IP-Adresse nicht mehr öffentlich sichtbar. Ihr Internet-Anbieter weiß zwar, dass Sie das VPN-Netzwerk besucht haben. Er weiß allerdings nicht, was Sie dann gemacht haben. Öffentlich ist auch zu sehen, dass über das VPN-Netzwerk auf eine Seite zugegriffen wurde. Nicht sichtbar ist allerdings, dass Sie sich in das Netzwerk eingewählt haben. Diese VPN-Dienste erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Zu beachten ist hier allerdings, dass im Falle von Straftaten eine Auskunftspflicht der Anbieter besteht. Ein Beteiligter kann die gesamte Kommunikation nachvollziehen. Ohne VPN-Software ist es der Internet-Provider, mit VPN der Anbieter dieses Dienstes.

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